Kapverden
Ein Spezial

  • Sal Rei (Boavista)
  • Ponta do Ervatao (Boavista)
  • Norte (Boavista)
  • Achada Lem (Santiago)
  • Tarrafal (Santiago)
  • Cha de Caldeiras (Fogo)
  • Sao Filipe (Fogo)
  • Espargos (Sal)
  • Santa Maria (Sal)

                                                                                           

    16. August 2011
    copyright © fotos by hubert detmer
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  •                                                                                         Cabo Verde im Aufwind

    Die Kapverden sind ein lanschaftlich und kulturell ungemein vielfältiges Archipel vor der Westküste Afrikas. Neun der 15 Inseln sind bewohnt. Den 470.000 Insulanern stehen 700.000 Kapverdianer im Ausland gegenüber. Eine kapverdische Hochburg befindet sich in Boston, Mass. Bis zu ihrer Entdeckung - 1461 - waren die Kapverden unbewohnt. Als Überseekolonie Portugals fungierten sie rasch als Drehkreuz für den weltweiten Sklavenhandel. Seit 1976 sind die Kapverden unabhängig. Licht, Farbe und die zum Teil bizarren Landschaften sind beeindruckend - die Menschen, die Lebenslust und nicht zuletzt die Musik der Kapverden aber sind unvergesslich.

    Fußball ist auf Cabo Verde allgegenwärtig. Tägliche Trainingseinheiten unter sengender Sonne zeugen von sportlichem Ehrgeiz; den unbändigen Spaß am Spiel kann man hingegen in den Straßen und vor allem an den kilometerweiten Stränden beobachten. Kapverdischer Fußball ist aber auch erfolgreicher als zunächst gedacht. Ein historischer Erfolg war das 0:0 am 24. Mai 2010 gegen Portugal.

                                                                                            Auf Livestreams im Internet kann man einen von Minute zu Minute stärker verzweifelnden Christiano Ronaldo verfolgen, der ein über das andere Mal an dem hervoragend aufgelegten Keeper der ehemaligen Kolonie scheitert.

    Wichtiger als diese Heldentaten ist aber der kontinuierliche Aufwärtstrend im kapverdischen Fußball. Die meisten Nationalspieler sind inzwischen Europa-Profis und die Nationalmannschaft belegt zur Zeit Platz 82 auf der FIFA-Rangliste. In der aktuellen Qualifikation für den Afrika-Cup 2012 führt Cabo Verde in der Gruppe A vor Mali, Simbabwe und Liberia. Ernüchterung machte sich breit, als vor wenigen Tagen die Auslosung zur WM-Qualifikation in Brasilien erfolgte. Der Gruppengegner Tunesien dürfte (noch) eine zu hohe Hürde darstellen. Der Jugendfußball wird inzwischen - auch mit internationaler Hilfe - systematisch und durchaus auch aus sozialen Motiven gefördert. Aufschluss hierüber gibt beispielsweise das Interview mit dem schweizerischen Verbandstrainer Beat Leclerc (im Netz: Goethe-Institut Stockholm), der sich gemeinsam mit Henrik Larsson, dessen Vater von den Kapverden stammt, um nachhaltige Strukturen im Jugendfußball verdient macht.

                                                                                            Daneben gibt es auch großartige Fußballschulen wie in Tarrafal (Insel Santiago), deren Chefcoach ich bei einem Stadion-Shooting kennenlernen durfte (weitere Informationen: Delta Cultura C.V. e.V.).

    Seit der Unabhängigkeit wird auf den Kapverden auch ein offizielles Campeonato Nacional de Cabo Verde ausgetragen. Bevor es zu diesem nationalen Turnier im Stadion der Hauptstadt Praia kommt, werden auf den neun bewohnten Inseln zunächst die Regionalmeister ermittelt. Berühmte Clubs sind neben dem Serienmeister Sporting Clube de Praia zum Beispiel der C.S. Mindelense aus Mindelo (Sao Vicente), der Heimat der weltberühmten Morna-Sängerin Cesária Évora, und CD Travadores. Exzellente weiterführende Informationen über den Vereinsfußball auf den Kapverden finden sich bei WIKIPEDIA unter "Football in Cape Verde". Einen sehr aktuellen und griffigen Einstieg in das "Gefühl Cabo Verde" bietet der von Annette Rieck verfasste Marco Polo-Reiseführer "Kapverdische Inseln".

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